Das Rauschen des Lebens
Wie wir uns im Lärm des Alltags wieder finden
Manchmal fühlt sich das Leben nicht wie ein Fluss an, sondern wie ein Lärm.
Gedanken überlagern sich. Worte und Taten werden schneller, lauter, härter.
Und irgendwo zwischen all dem verlieren wir die Verbindung – zu uns selbst, zueinander und zu dem, was uns eigentlich trägt.
Doch vielleicht liegt genau darin die Einladung:
Nicht noch mehr sagen.
Nicht noch mehr verstehen.
Sondern zuhören.
Vielleicht beginnt Veränderung nicht dort, wo wir den Lärm bekämpfen, sondern dort, wo wir aufhören, ihn weiter zu nähren.
Vor kurzem bin ich mit genau diesem Gefühl aufgewacht.
Und was sich mir gezeigt hat, möchte ich hier mit dir teilen:
Das Rauschen des Lebens
Wie soll das nur weitergehen?
Soll ich meine Worte nun ganz verschweigen?
Verstört erwache ich aus einem Traum und erinnere mich an ein Wirrwarr aus Ästen und Stämmen vor mir,
kreuz und quer – versperrt den Weg ins Licht.
Negative Worte fallen im Hintergrund wie starker Regen.
Ein Vorwärtskommen scheint kaum möglich.
Doch ein klarer Gedanke taucht auf:
Dies ist der Scheiterhaufen meiner Gedanken.
Zerbrochene Worte, achtlos geworfen, liegen wie Zweige zu meinen Füßen.
Unbewegliche Wahrheiten türmen sich auf wie Stämme.
Alles zeigt auf Schuld.
Nichts weist den Weg.
Und ich frage mich:
Wie findet das Leben hier hindurch?
Wo ist die Brücke durch dieses Chaos, diesen Abgrund - zwischen dir und mir, Mensch und Erde, Geist und Gott?
Ich höre, wie wir sprechen, lauter werden, immer mehr hinzufügen –
als könnten Worte diesen Abgrund je füllen.
Ich sehe, wie wir Ordnung und Kontrolle suchen,
Gebilde aus Meinungen und Vorurteilen bauen,
die am Ende wieder ins Chaos fallen.
Den Scheiterhaufen wachsen lassen
Und ich frage mich:
Wo ist die Liebe denn geblieben zwischen all den lauten Stimmen,
dem hektischen tun und treiben, der Idee niemals je genug zu sein,
all der Sucht und Suche - den alles überwältigenden Gedanken.
Ich sehne mich nach Stille
und lasse all mein Streben - zumindest für den Augenblick…
Und da – kaum hörbar und doch immer da:
wie ein tiefes Brummen,
ein leises Summen,
ein Pulsieren unter allem.
Im Rauschen des Meeres,
im Flüstern der Blätter.
inmitten all des Lärms
Dort liegt etwas, das zeitlos flüstert,
das spricht von:
Zuspruch.
Wahrheit.
Liebe.
Und ich fühle mich eingeladen - hier Tag und Nacht, zu jeder Zeit –
den Strom des Lebens durch mich hindurch zu lassen.
Vielleicht geht es gar nicht darum,den Weg freizuräumen.
Sondern darum, wieder zuzuhören.
Ruhe zu finden.
Stille zuzulassen.
Dem Scheiterhaufen falscher Gedanken, keine neue Nahrung und auch kein Feuer mehr zu geben.
So will ich nun nicht länger festhalten.
Will Teil werden dieses stillen Stroms.
Worte schenken, die nicht drängen.
Liebe sein –
ein leises doch stetes Rauschen
im Gewirr der Stimmen,
klar für den, der lauscht.